Geeignetes Zubehör fördert die Gesundheit von Ziervögeln

Verspielte Vögel

von Antje Schreiber

16. Juli 2002
Ob Wellensittiche, Papageien oder Kanarien - Ziervögel sind neugierige und verspielte Tiere. Selbstverständlich fliegen sie gerne, sie haben aber auch Freude am Nagen, Hüpfen, Schaukeln und Klettern.
Für einen vernünftigen Flug sind viele Käfige zu klein. Einen Freiflug täglich sollte man seinen gefiederten Freunden daher mindestens gönnen. In der Natur sieht man Vögel oft auf Zweigen federn und wippen. Daher sollten im Vogelkäfig ähnlich federnde Sitzgelegenheiten nicht fehlen. Harte Kunststoffstangen mit einheitlichem Durchmesser sind für empfindliche Vogelfüße ungeeignet. Durch die ständige Belastung an nur einer Stelle können sich die Ballen schmerzhaft entzünden. Außerdem wird der ganze Vogelkörper beim Landen auf der nicht federnden Unterlage gestaucht. Für die Krallen sind glatte Stangen schädlich, weil sie sich darauf nicht abnutzen können. Und Vorsicht, Sitzstangen mit Sandpapierüberzug sind hier keine Lösung, denn an dem Sandpapier scheuern sich die Füße wund. Die optimalste Lösung finden Vogelfreunde vor der Haustür: Frische Zweige etwa von Obstbäumen, nur mit einer Astseite an der Käfigwand angebracht, sind die idealen Spielplätze. Darauf können die Vögel nach Herzenslust schaukeln und wippen und beim Greifen der unterschiedlich dicken Äste nutzen sich die Krallen automatisch ab. Zur Befestigung bieten sich Halterungen aus dem Zoofachhandel an. Die echten Zweige sollten ungespritzt sein. Alternativ können auch verschieden dicke Holzsitzstangen aus dem Zoofachhandel verwendet werden. Hölzerne Leitern, Seile, Wippen und Schaukeln eignen sich ebenfalls fürs Klettern.
Nicht bei allen Vogelfreunden gern gesehen: Ein beliebtes Spielzeug ist das Futter! Körnerfutter wird herumgeschleudert, Grünzeug zerrupft und die Stängel der Kolbenhirse eignen sich besonders gut fürs Schaukeln und Zernagen. Außerdem: Möhren, Gurke, Blätter, alles was angenagt werden darf, schärft die Schnäbel und befriedigt den natürlichen Tatendrang.
Auch das Planschbad im Wasserteller ist für viele Vögel ein Riesenspaß. Ein gutes Mittel gegen Langeweile sind auch Glöckchen, Rasseln und alle Spielzeuge, mit denen Vögel Krach machen können. Auf Kunststoffprodukte sollte man weitgehend verzichten. Soll es jedoch robusteres Plastikspielzeug sein, das nicht gleich zerknabbert wird, muss unbedingt darauf geachtet werden, daß das Plastik beim Annagen nicht splittern kann, da heruntergeschluckte Kunststoffpartikel die inneren Organe des Tieres verletzen können.
Das A und O der Haltung von fast allen Vogelarten ist natürlich, mindestens zwei Artgenossen zu halten und ihnen die eigene Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken. Denn die Beziehung und das gemeinsame Spiel können die schönsten Zubehörartikel nicht ersetzen!

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