Haltung
Wie bringen Sie Ihren Hund unter?
Hier ergeben sich zwei Fälle: Sie bekommen Ihren Hund als Welpen, gerade abgesetzt, oder als ausgewachsenen Hund mit eigenen festen Gewohnheiten. Übernehmen Sie einen ausgewachsenen Hund, dann haben Sie sich bereits nach seinen Gewohnheiten erkundigt und versuchen, sich so gut es geht anzupassen. Bei einem Welpen liegt der Start bei Ihnen, und es soll nun ein guter Start werden. Ein Welpe, ein männliches oder weibliches Hundebaby, ist ein wenig wie ein Menschenbaby. Seine Erziehung erfolgt, oder beginnt zumindest, vom ersten Tage an, den er in Ihrem Haus verbringt. Sie müssen nun zunächst einmal für eine „Ecke" sorgen, die nur ihm gehört, in der er schläft, und Sie sollten sie ihm ein für allemal überlassen.
Denken Sie auch — und das ist sehr wichtig - an einen Platz in Ihrem Zimmer, dort, wo Sie und die Ihren sich gewöhnlich aufhalten, denn Sie dürfen nicht vergessen, daß Ihre Gesellschaft die grundlegende Voraussetzung für das Glück Ihres Hundes ist, und er wird sie sehr oft dem Komfort seines Lagers vorziehen.
Wenn Ihr Hund drinnen schläft
Die „Hundeecke" soll vor Zugluft geschützt sein, sich also nicht in der Nähe von Türen, Fenstern oder ebenerdigen Lüftungsöffnungen befinden, sie soll in Hörweite sein, sich leicht in Ordnung halten lassen und behaglich sein. Je nach seiner Größe stellen Sie ihm dort einen Weidenkorb in der Art von Katzenkörben oder eine Holzkiste hin. Für das Wohlbefinden des Hundes werden im Handel z. Z. alle möglichen Ausführungen von Hundelagern angeboten, sogar richtige Hundebetten. Können Sie von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machen, dann legen Sie den Korb oder die Kiste zumindest mit einer weichen Matratze aus oder verwenden Schaumgummikissen mit abwaschbarem Überzug. Wirtschaftlich und hygienisch lösen Sie das Problem auch mit einem Sack, den Sie mit Sägespänen füllen und als Lager herrichten. Dieses billige Material ist deshalb vorteilhaft, weil es häufig erneuert werden kann. Die Wollsachen, Decken und Kissen müssen jeden Tag ausgeschüttelt und mindestens einmal im Monat desinfiziert werden. Hunde, vor allem junge Hunde, haben im allgemeinen die schlechte Angewohnheit, alle möglichen, dafür keineswegs vorgesehenen Dinge anzunagen und zu zerfetzen. Sie tun daher gut daran, dieser Manie zuvorzukommen und Ihrem Hund einen Gummiknochen, einen Ball oder einen richtigen Knochen zu geben. Auf diese Weise bekommt er seine Zähne, auch ohne dass dabei sein Hundekorb oder seine Decke Schaden erleiden.
Vergessen Sie bitte auch nicht, Ihrem Hund immer einen Napf mit frischem Wasser, das Sie oft erneuern sollten, hinzustellen.
Es ist äußerst wichtig für Ihren Hund, dass Sie ihm ein gewisses Gefühl von Beständigkeit vermitteln: immer die gleiche Ecke zum Schlafen, den gleichen Fressnapf, die gleiche Decke oder das gleiche Kissen, auf dem er sich ausstrecken kann. Es ist ja so richtig, wenn empfohlen wird, die Hundedecke mitzunehmen, wenn man mit seinem Hund in die Ferien fährt. Am Ziel angekommen, hat er seine Decke und mit ihr das angenehme Gefühl, dass er zuhause, bei Ihnen ist, dass die veränderte Umgebung rein äußerlichen Charakter hat.
Wenn Ihr Hund draußen schläft
Früher, und das ist noch nicht allzu lange her, gab es in den meisten westeuropäischen Ländern, abgesehen von England, viele Wölfe. Bis zu Beginn dieses Jahrhunderts trieben sie noch ihr Unwesen, draußen, auf dem Land; sie griffen häufig die Hunde an und fraßen sie. Nicht selten blieb nur die zerrissene Kette an der Hofmauer und keine Spur von dem Hund. Die Wölfe hatten ihn erdrosselt und in tiefer Nacht völlig lautlos weggeschleppt. Heutzutage gibt es bei der Unterbringung der Hunde auf dem Land nicht mehr das Problem, daß solche
Bestien auftauchen könnten. Hunde, die draußen schlafen oder sich draußen frei bewegen, haben kaum sehr viel mehr zu befürchten als irgendwelche „giftigen Köder", die unvorsichtig zur Vernichtung angeblich schädlicher Tiere ausgelegt wurden.
Nun mag es sein, dass sich der Hütehund unter freiem Himmel, vor der Scheune oder dem Schafstall zur Ruhe legt, oder dass der Hofhund im Stall schläft oder sich bei den Pferden im Heu ein Lager sucht, sein wirkliches Zuhause ist jedoch die Hütte. Die Hütte, ob einfach oder luxuriös, war von jeher das Haus des Hundes. Die Hundehütte soll auf die Größe des Hundes abgestimmt, d. h. in der Länge und Breite um ein Drittel größer sein. Am besten bringen Sie die Hütte in einem überdachten Verschlag unter, auf diese Weise braucht sich der Hund bei Regen nicht ungeschützt aufzuhalten. Die Hütte soll niemals direkt, auf dem Boden, sondern etwas erhöht stehen, damit keinerlei Feuchtigkeit eindringen kann (sorgen Sie für einen Abstand von 10 bis 20 cm zwischen Boden und unterer Hüttenfläche).
Wenn Sie so verfahren, bleibt die Hütte das ganze Jahr über behaglich, sowohl bei glühend-heißem als bei gefrorenem Boden. Im Winter können Sie vor die Öffnung der Hütte ein Stück Jute oder eine Decke nageln, um das Innere der Hütte vor Wind und Kälte zu schützen. Überprüfen Sie, ob das Dach und die Wände wirklich dicht sind (Sie können die Wände auch mit Spezialbelägen verkleiden), und denken Sie auch an einen Bretterrost vor der Hütte, damit sich Ihr Hund im Freien ausruhen kann, ohne sich auf einen feuchten Boden legen zu müssen. Der Standort der Hütte: Die Hütte soll den Hund vor starker Kälteeinwirkung schützen, es ist daher sehr wichtig, wo die Hütte steht. Sie können sie auf ein umfriedetes Grundstück, in einen Zwinger oder in den Garten stellen, nur müssen Sie darauf achten, dass sie vor jeder Zugluft geschützt ist. Entscheiden Sie sich für eine Stelle auf trockenem Untergrund, im Osten oder Süden, und berücksichtigen Sie die Dauer der Sonneneinstrahlung und die vorherrschenden Windrichtungen. Im Sommer soll die Hütte im Schatten, unter einem Baum stehen. (Stellen Sie sie aber bitte nicht in den Schatten eines Kastanienbaums, sein Schatten soll für Hunde schädlich sein, obwohl man nie hat erklären können, warum.)
Das Material. Eine Hütte kann aus ganz verschiedenem Material hergestellt werden. In den meisten Fällen verwendet man Holz. Aber vielleicht ziehen Sie der Holzkonstruktion eine Hütte aus Zement, Beton oder Ziegelsteinen mit Innenverkleidung vor. Sie haben den Vorteil, dass man sie leicht — und also auch öfter — desinfizieren kann. Der Hüttenboden sollte immer aus Holz sein, es ist nicht so kalt wie Zement. Am besten eignen sich Nadelhölzer wie Kiefer, Zeder, Tanne oder Fichte, deren Geruch Ungeziefer fernhält.
Für sehr kalte Länder gibt es doppelwandige Hütten mit einer perfekten Wärmeisolierung aus Kork oder Glaswolle.
Das Lager. Bitte verwenden Sie für das Lager keine alten Kleidungsstücke oder alten Säcke, sie sind regelrechte Brutstätten für das Ungeziefer. Nehmen Sie auch kein Stroh. Es ist zwar gesund und hält warm, kann aber das Fell des Hundes wundscheuere. Holzspäne und Nadelholzfasern haben zwar einen angenehmen Geruch, der sich auch auf das Fell des Hundes überträgt, und halten das Ungeziefer fern, sie haben aber den Nachteil, dass sie klumpig werden und rasch verschmutzen, man muss also das Lager häufig erneuern.
Am praktischsten lösen Sie das Problem, wenn Sie die Hütte im Sommer mit alten Zeitungen und im Winter mit leicht waschbaren Kissen und Decken auslegen.
Die Sauberhaltung. Bei einem Lager aus Kissen und Wollstoffen achten Sie darauf, dass sie mehrmals in der Woche gelüftet und abgebürstet sowie regelmäßig (alle 10 Tage) gewaschen werden. Lager aus Holzspänen und Sägemehl müssen erneuert werden, sobald sie feucht oder verschmutzt sind.
Einmal pro Monat müssen Sie etwas zur Bekämpfung von Ungeziefer und Schädlingen unternehmen und das Innere der Hütte mit einem insektenvernichtenden Mittel behandeln. Der Hüttenboden sollte mit Wasser und Seife gut gescheuert werden. Alle zwei Monate nehmen Sie dann eine vollständige Desinfektion der Hütte vor.
Der Hundezwinger
Die Errichtung von großen Hundezwingern für die Hunde von Züchtern oder für die zur Jagd bestimmten Meuten, gehört in die Hände von Fachleuten. Diese haben übrigens jeweils ihre ganz persönlichen Ansichten zu diesem Thema, wundern Sie sich also nicht über die großen Unterschiede, die es bei der Konzeption von Hundezwingern geben kann.
Wir sprechen hier von den ganz gewöhnlichen Zwingern für einen, zwei oder drei Hunde, Zwinger, die für Vorstehhunde gedacht sind oder für Hunde, die ein Grundstück oder auch eine Fabrikanlage bewachen sollen.
Der Zwinger soll möglichst weiträumig sein und dem Hund volle Bewegungsfreiheit gewähren. Um den Zwinger wird ein Drahtzaun gezogen, und nach Möglichkeit wird er auf der Nordseite durch eine Mauer geschützt. Der Zaun soll etwa 2,50 m hoch sein. Er wird entweder auf einer kleinen Mauer (20 cm hoch) errichtet oder 20 cm tief in die Erde eingelassen. Die Gittermaschen müssen eng sein und einen sehr kleinen Durchmesser aufweisen. Achten Sie darauf, dass der Hof groß und trocken ist, er soll sonnig sein, aber für den Sommer auch schattige Stellen haben. Wählen Sie einen sehr trockenen Boden und ein für das Abfließen von Schmutzwasser ausreichendes Bodengefälle.
In den Zwinger stellen Sie eine oder mehrere Hütten oder ein kleines Hundehaus, das in getrennte Boxen unterteilt ist. Bringen Sie niemals zwei Hunde in einer Box unter, Sie ersparen sich viel Ärger.
Der Standort des Zwingers. Für den Zwinger gilt das gleiche wie für die Hütte. Er soll nach Osten oder Süden ausgerichtet sein und möglichst gut vor Feuchtigkeit und Zugluft geschützt werden.
Das Material. Für den Boden des Zwingers verwenden Sie am besten Zement und decken ihn mit einem Bretterrost ab. (Zement kann nämlich unter Umständen die Hornhaut der Pfoten beschädigen und zu Ekzemen führen.) Vor allen Dingen verwenden Sie keine Kieselsteine als Belag, sie könnten von den jungen Hunden verschluckt werden. Die Schutzmauer bzw. -mauern können aus Ziegelsteinen, aus Stein oder Zement hergestellt werden. Es gibt glasierte Ziegelsteine in verschiedenen Farben. Sie sind als Material sehr sauber und wirken ausgesprochen gefällig.
Das Dach des Zwingers braucht durchaus nicht massiv zu sein, Holzstäbe oder ein Drahtgitter tun es auch, denn der Hund hat ja seine Hütte, wenn er vor Regen oder zu starker Hitze Schutz sucht.
Die Sauberhaltung. An hygienischen Maßnahmen fallen etwa die gleichen an wie für die Hütte. Hinzu kommt jedoch die Desinfektion und regelmäßige Reinigung des Hofes. Sie reinigen den Hof am besten mit sehr viel Wasser, einmal pro Woche.
Verhalten
Fressverhalten von Hunden
Der Urvater unseres Hausgenossen, der Wolf, jagt im Rudel seine Beute und frisst dann, schön in der Reihenfolge der Rangordnung, alle Teile der Beute, incl. des ernährungsphysiologisch wichtigen Darminhaltes.
Diese Ernährungsweise durch Jagd, Beutemachen und dann hastigen Fressens, weil der nächste im Rang es einem neidet, strahlt bis heute, je nach Rasse, stärker oder schwächer, auf das Fressverhalten der Hunde aus. Periodisches z.T. hastiges Fressen ist nicht Ungewöhnliches. Durch regelmäßige Fütterung, optimal anbieten des Futters zur freien Aufnahme (geht nur bei Tieren, die stoppen, wenn sie satt sind, was auch anerzogen werden kann), kann man Hunde zu einem gesunderen, gemäßigten regelmäßigen Fressverhalten bringen.
Nahrungsergänzung
Qualifiziertes Alleinfutter deckt den Nähr- und Wirkstoffbedarf des Hundes, im normalen Alltag, zuverlässig ab. Da es sich bei Hunden aber nicht um Maschinen sondern um Lebewesen handelt, die unterschiedlichsten Belastungen ausgesetzt sind, denen mit mehr oder weniger Futter, um den zusätzlichen Bedarf zu decken, nicht begegnet werden kann, ist eine Nahrungsergänzung, auch bei hochwertigster Grundfütterung, in solchen Fällen erforderlich. Eine trächtige bzw. säugende Hündin hat bis zum Zehnfachen des normalen Eiweißbedarfs. Wollte man das Zehnfache der Tagesration an Alleinfutter geben, so würden alle andere Nähr- und Wirkstoffe gefährlich überdosiert. Denn der Energie- und Wirkstoffbedarf steigt bei weitem nicht in diesem Maß. Es gibt noch zahlreiche andere Sonderfälle im Leben eines Tieres und auch im jahreszeitlichen Ablauf (z.B. der Haarkleidwechsel, Krankheit, Rekonvaleszenz usw.), die eine Nahrungsergänzung sinnvoll machen. Man sollte nicht das Risiko eingehen, dass der beanspruchte Hund seine, durch angemessene und gute Grundernährung vorhandenen, Reserven aufzehren muss.
